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DRK-Alarm: Hochwasser am Waldsee

Der Waldsee in Langen ist Hochwasserzone, der Katastrophenfall eingetreten: Es gilt, zahlreiche verletzte Personen zu retten, manche sind sogar bewusstlos.

So das Übungsszenario der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Ein Großeinsatz an der Kiesgrube in Langen ist als Finale eines vier Tage zuvor in Buseck bei Gießen gestarteten Grundlehrgangs angesagt. Mit dabei Dr. Nadine Engert, Technische Leiterin der Wasserwacht Wetzlar, als Ausbilderin und Bootsführerin.

Nach fast 96 Stunden mit wenig, auf Feldbetten verbrachtem Schlaf müssen die DRK-Nachwuchskräfte im Alter von 16 bis 27 Jahren noch einmal alles aus sich herausholen. Retten, bergen, abseilen, Menschen und Ausrüstung tragen, im Team arbeiten, Befehle befolgen. Theorie war gestern – nun ist Praxis angesagt.

Am sandigen, hügeligen und auch bewachsenen Seeufer kann das DRK perfekt für den Ernstfall trainieren.

Das Ziel: Neue Helferinnen und Helfer der DRK-Wasserwacht Hessen auszubilden für den Einsatz im Katastrophenschutz.

Das Übungsszenario simuliert eine Hochwasserkatastrophe, wie der Balkan sie aktuell erlebt hat, wie sie aber auch Menschen in Ostdeutschland nicht fremd ist. Mehr als 30 Personen müssen gerettet werden.

Am Steilufer wird abgeseilt. Die Retter haben einen Fensterrahmen in den Hang platziert – vom See aus nähert sich die Einsatzgruppe. „Das ist, als ob man mit dem Boot in überfluteten Straßen unterwegs ist, um Menschen aus ihren Häusern zu retten“, liefert Engert die strategische Einordnung. Richtiger Umgang mit dem Material, richtiges Anlegen der Ausrüstung – jeder Handgriff muss sitzen. „Und nicht zuletzt muss sich innerhalb der Gruppe eine gewisse Dynamik im Zusammenspiel und beim Befolgen der Ansagen der Einsatzleitung entwickeln, um ihr Ziel zu erreichen“, weiß die Fachfrau.

Ein Stück weiter läuft im Ufersand das Transport- und Rettungsszenario mit etlichen Verletzten. Diese müssen zunächst in Boote bugsiert und dort entsprechend ihrer Verletzungen positioniert und gesichert werden.

Steffen Lensing, stellvertretender Leiter der Rot-Kreuz-Wasserwacht Hessen, verrät „Jeder Patient hat sein Drehbuch – jeder simuliert eine bestimmte Verletzung, die unsere Helfer erkennen und behandeln müssen.“ Auch hier machen die jungen Retter wie bei sämtlichen Übungen des Tages eine gute, konzentrierte Figur. Alle Patienten finden vorschriftsgemäß ein Plätzchen auf den Bahren oder in den Booten und erhalten die richtige Erstversorgung beziehungsweise Behandlung.
Nach gut drei Stunden ist die lehrreiche wie anstrengende Rettungsaktion dann beendet.

Für die rund 60 an der Übung beteiligten Kräfte ist damit aber noch nicht Feierabend: Die insgesamt acht Rettungsboote müssen eingeholt und auf Lkw verladen werden, die vielen Kisten mit Ausrüstung und Materialien wieder zusammengepackt, Schwimmwesten und andere Einsatzgegenstände gereinigt und ordnungsgemäß verstaut werden. Erst nachdem das alles erledigt ist, kann sich die DRK-Kolonne in Richtung Mittelhessen in Bewegung setzen.

„Ein anstrengender, aber erfolgreicher Tag“, bilanziert der stellvertretende Landesleiter der Wasserwacht. Aber er ist froh, eine solch engagierte Gruppe frisch ausgebildeter junger Kräfte zu haben.