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August-Bebel-Schule sensibilisiert für Menschen mit Behinderung

Jeder Mensch ist einzigartig

Gruppenbild der teilnehmenden Schüler/innen mit Klassenlehrer Michael Six

Der Lehrplan ist abgearbeitet, die letzten Klassenarbeiten geschrieben und die Sommerferien stehen vor der Tür. An der August-Bebel-Schule hat man sich dieses Schuljahr mit einem wichtigen Thema auseinandergesetzt. Im Unterrichtsfach Gesellschaftslehre, kurz GL, stand der Umgang mit Menschen mit Behinderung auf dem Lehrplan. Auf ganz praktische und anschauliche Weise wurden die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen mit dem Thema vertraut gemacht. Zum Abschluss des Arbeitsprojektes lud Klassenlehrer Michael Six den Mobilen Sozialen Hilfsdienst (MSHD) des Roten Kreuzes in die Schule ein.
 

DRK-Mitarbeiterin Rosi Haun demonstriert die fachgerechte Sicherung von Rollstuhlfahrern beim Behindertenfahrdienst

„Mit dem Projekt wollen wir über die verschiedenen Formen von Behinderung informieren, unsere Schüler sensibilisieren und gleichzeitig konkrete Erfahrungen vermitteln“, erläutert Six. So standen in den letzten Wochen zum Beispiel Vertrauensübungen auf dem Stundenplan. Bei Partnerübungen galt es einerseits, sich mit verbundenen Augen im Schulgebäude zu orientieren und andererseits, dem Partner Hilfestellungen zu geben. Durch den Rollentausch wurde ein Perspektivenwechsel möglich. Die Schüler entwickelten ein Gefühl für die ungewohnte Situation. Eine weitere Aufgabe war, mit Handicap Hindernisse im Schulalltag zu überwinden. Ausgestattet mit Krücken und gefülltem Ranzen galt es die Schultreppe zum Klassenzimmer zu bewältigen. „Mit solchen Übungen wollen wir Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft fördern“, beschreibt Six die Ziele des Projektes weiter. Auch würden Berührungsängste abgebaut sowie Verständnis und Akzeptanz geschaffen werden.
 

Rollstuhl-Fahrtraining. Rosi Haun und Reiner Grün, Leiter Mobiler Sozialer Hilfsdienst, geben Tipps

Mitschüler mit Behinderung gehören an der August-Bebel-Schule ganz selbstverständlich zum Schulalltag. Einige von Ihnen wurden und werden mit dem Mobilen Sozialen Hilfsdienst des Roten Kreuzes zur Schule gefahren. Da lag es nahe, das Rote Kreuz mit ins Boot zu holen. Zumal der Schulsanitätsdienst der August-Bebel-Schule vom DRK betreut wird. Rosi Haun, Mitarbeiterin beim MSHD, hatte Verstärkung durch die Schulpraktikantin Melissa Kummer und fuhr an diesem Morgen mit ihrem behindertengerechten Kleinbus auf den Schulhof. In Kleingruppen durften ihr die Schüler nicht nur über die Schulter schauen, sondern auch eine Fahrt live miterleben. „Das ist schon ein bisschen wie Achterbahn fahren“, meinte Harun nachdem er mit dem Rolli die Fahrzeugrampe hochgeschoben wurde. Rosi Haun stellt die Bremsen fest, spannt vorne und hinten die Gurte, legt Harun den Beckengurt um und legt zu guter Letzt den Dreipunktgurt an. Jetzt kann die Fahrt über den Schulhof beginnen. Haruns Mitschüler sind auch mit dabei und stellen interessierte Fragen: „Schaukelt das denn da hinten? Hast du Angst umzukippen? Kannst du noch aus dem Fenster schauen und sitzt du auch bequem?“. Nach ein paar Runden lässt bei Harun das Kribbeln in den Füßen nach und er fühlt sich sicher und entspannt. Schon ist die nächste Gruppe an der Reihe und alle helfen mit, Harun mit dem Rollstuhl wieder sicher aus dem Bus zu befördern. Einige Gruppen schieben Mitschüler mit dem Rollstuhl über den Pausenhof. Andere fahren mit dem Rollator. Und alle sind dabei sehr umsichtig. „Vorsicht, nicht zu schnell“ und „Das kann ich alleine“ ruft es über den Schulhof. Das Konzept scheint aufzugehen und das Projekt mit dem Schuljahr erfolgreich zu Ende zu gehen.
 



Teamarbeit bringt weiter.