Sie sind hier: HomeAktuelles • Eine ganze Familie ist im Einsatz

Kontakt

DRK-Kreisverband Wetzlar e. V.
Hörnsheimer Eck 21
35578 Wetzlar


Telefon
06441 9764-0
Telefax
06441 9764-16

info@drk-wetzlar.de

DRK-Kreisverband Wetzlar jetzt auch auf Facebook. Besuchen Sie uns hier
Facebook - DRK Wetzlar e.V.

Blutspendetermine

Suchen Sie den aktuellen Blutspendetermin in:
 
» suchen
Weitere Informationen

Jetzt Mitglied werden

Eine ganze Familie ist im Einsatz

Manuela und Markus Ander und ihre drei Töchter engagieren sich im Deutschen Roten Kreuz


Ehrenamtlich engagiert (v. l.): DRK-Kreisbereitschaftsleiter Jörg Döberl mit Fabienne Ander, Manuela Ander, Swen Vorwerg, Michelle Ander und Markus Ander vor einem Rettungswagen

Ein großer Teil der Deutschen engagiert sich ehrenamtlich. Insgesamt 30 Millionen Menschen, das sind mehr als 43 Prozent aller über 14 Jahren. Vom Ehrenamt leben viele Dienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), auch wenn der DRK-Kreisverband Wetzlar derzeit Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter als hauptamtliche Mitarbeiter sucht. "Es gibt eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten", sagt Jörg Döberl. Er ist Kreisbereitschaftsleiter. "Ehrenamtliche in den DRK-Bereitschaften im Kreisgebiet sind bei Veranstaltungen im Sanitäts- und Betreuungsdienst aktiv, organisieren Blutspendetermine und sind für den Katastrophenfall ausgebildet und geschult", sagt Döberl. "Wir sind eine tolle Gemeinschaft, haben viel Spaß an und bei unseren vielfältigen Aufgaben und unternehmen viel zusammen." Kreisgeschäftsführer Jürgen Müller pflichtet dem bei: "Wir wollen Menschen begeistern, denn nur was man gerne tut, tut man auch freiwillig." Im Kreisverband sind sieben Ortsvereine zusammengeschlossen. Sie leisten Bereitschaftsdienste und sind auch im Katastrophenfall zur Stelle.

Eher ungewöhnlich ist es, wenn sich eine ganze Familie im DRK engagiert. Ein solches Beispiel ist die Nauborner Familie Ander. Fünf ihrer Mitglieder sind haupt- oder ehrenamtlich im Deutschen Roten Kreuz engagiert. Vor sieben Jahren hat die 28-jährige Tochter Saskia den Kontakt zum DRK aufgenommen. Sie wollte etwas mit Menschen im Beruf zu tun haben. Heute ist sie Altenpflegerin, liebäugelt aber damit, Rettungssanitäterin zu werden. Ihre heute 20 Jahre alte Schwester Michelle hat im November die Ausbildung zur Rettungsassistentin absolviert. Heute fährt sie in einem Rettungswagen mit. "Wir haben uns schon immer als ganze Familie engagiert", erzählt ihre Mutter Manuela Ander (52). Und so ist es kein Wunder, dass sie und ihr Mann Markus (56) ebenfalls zum DRK gekommen sind. Bleibt noch die mittlere Tochter, Fabienne (24). Aber natürlich gehört auch die Erzieherin zu den ehrenamtlichen Helfern im DRK. Ihr Vater Markus ist so begeistert, dass er schon einen Arbeitskollegen für das Rote Kreuz gewonnen hat: Swen Vorweg ist aufgrund der Schilderungen von Markus Ander einmal an einem Dienstag mit zum DRK gekommen - und hat noch am gleichen Abend den Mitgliedsantrag unterzeichnet. "Bei uns passiert ganz viel über Mundpropaganda", bestätigt Döberl. Alle zwei Wochen frischen die Bereitschaftler am Dienstabend ihre Kenntnisse in Erster Hilfe auf und planen die anstehenden Dienste. "Früher bin ich immer mit einem mulmigen Gefühl an eine Unfallstelle herangefahren. Heute weiß ich, welche Handgriffe ich ausführen muss. Das gibt mir Sicherheit", berichtet Manuela Ander. Auch wenn irgendwo spontan Hilfeleistungen gefordert sind, ist sie rasch bereit - wie etwa vor einigen Tagen, als sie auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes zwei Kleinkinder in einem überhitzten Auto entdeckte. Der Spalt im Fenster war viel zu klein, um ausreichend Frischluft für die Kinder zu bieten. Glücklicherweise kam die Mutter gerade aus einem Laden und Manuela Ander hat sie auf die Situation angesprochen.

Zu den Bereitschaftsdiensten, die Familie Ander ebenso wie rund 390 weitere Helfer leistet, gehört das Begleiten von Großveranstaltungen. Fasching, Reitturnier, Kirmes, Konzerte und viele Anlässe mehr brauchen solche Bereitschaftsdienste. Kürzlich war das Quintett auch im Umfeld einer Bombenentschärfung eingesetzt. Auch bei den regelmäßig angebotenen Blutspendeterminen geht es nur mit ehrenamtlichen Helfern. "Ohne das Ehrenamt ginge bei uns vieles nicht mehr", resümiert Döberl und hofft, dass sich immer wieder neue Menschen in Mittelhessen für solch einen Dienst finden. 15 bis 20 Stunden pro Monat müssen die Mitglieder einbringen. Der Dienst mache Spaß, sagt Markus Ander, im Beruf Heizungsmonteur. Man erlebe Gemeinschaft, komme unter Leute und habe das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Motivation fänden die DRK-Helfer aber auch in dem Dank, den ihnen Menschen entgegenbrächten, denen sie helfen. Wer im DRK mit einem Kurs eingestiegen ist, findet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Wer etwa die Sanitätshelferausbildung oder den Funklehrgang absolviert, benötigt schon einige Stunden mehr Freizeit für das DRK. Im Katastrophenschutz braucht es ganz viele unterschiedliche Qualifikationen und Berufe. Hier seien auch handwerkliches Geschick und Verständnis für Technik gefragt, sagt Jörg Döberl. Er hofft, dass die Familie Ander noch viele Nachahmer findet.

Wer Interesse am ehrenamtlichen oder auch hauptamtlichen Einsatz im Deutschen Roten Kreuz hat, kann sich in der DRK-Geschäftsstelle am Hörnsheimer Eck 21 in Wetzlar melden. Telefonisch ist sie unter 0 64 41-9 76 40 zu erreichen und per E-Mail an die Adresse info@drk-wetzlar.de.



Quelle/Autor:
Wetzlarer Neue Zeitung, 07. August 2019 -  Lothar Rühl