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Bewusstlos 150 Meter tief im Berg

DRK und Vereinsmitglieder proben die Unfallrettung in der Grube Fortuna

Nico Dietrich vom DRK mit Grubenführern, die bei einer Übung einen Verletzten in der Grube Fortuna bergen.
Fotos: Lothar Rühl

In der Grube Fortuna in Solms-Oberbiel ist ein Besucher bewusstlos geworden. Sofort beginnt eine lückenlose Kette der Hilfe. So zumindest ist es geplant.

Eine Erste-Hilfe-Schulung ist deshalb für alle Grubenführer und Aufsichtspersonen Pflicht. 20 Teilnehmer ließen sich am Sonntag, den 23. Februar 2014 von Nico Dietrich, zuständig für die Breitenausbildung beim Kreisverband Wetzlar des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die Soforthilfe Schritt für Schritt erläutern.

Innerhalb von zehn Minuten nach Eingang eines Alarms kann das Einsatzfahrzeug der DRK-Rettungswache Leun am Grubenmund eintreffen, bestätigt Dietrich. Allerdings könne es bis zu einer halben Stunde dauern, bis die Helfer zu dem Verletzten gelangen. Zunächst müssen sie in den Stollen einfahren und anschließend einige hundert Meter zu Fuß bis zu dem Unfallort zurücklegen.


Nach Angaben des Zweiten Vorsitzenden des Feld- und Grubenmuseums Grube Fortuna, Rolf Georg, sind im Jahr 2013 19.000 Personen in den Berg eingefahren. Das bedeutet auch ein hohes Potential von möglichen Vorfällen in der Grube.

Aus diesem Grund wird das theoretische Wissen jährlich aufgefrischt.

Der DRK-Mitarbeiter Nico Dietrich riet dabei, in der Besuchergruppe zu fragen, ob jemand dabei ist, der den Verletzten in die Stabile Seitenlage bringen kann. Das könne wertvolle Zeit sparen. Der Grubenführer muss nämlich die Gruppe kurze Zeit alleine lassen, um zur Notfallstation mit Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Koffer und Telefon zu eilen. Unter Tage ist der Einsatz des Handys nicht möglich. Hat dieser den Notruf abgesetzt, kehrt er mit dem Erste-Hilfe-Koffer zurück zum Verletzten. Bei konstanten 13°C und hoher Luftfeuchtigkeit in dem Stollen unterkühlt der auf dem Boden liegende Patient schnell. Deshalb muss er mit einer Wärmefolie zugedeckt werden. Dietrich erklärte auch das Versorgen von Wunden. Oftmals sind auch Besucher mit Diabetes dabei, die wegen einer Unterzuckerung einen Schwächeanfall erleiden. Für diesen Fall ist der Koffer mit Traubenzucker ausgestattet.

Außerdem befindet sich in der Notfallstation ein sogenannter „Schleifkorb“. Diese Rettungstrage kann auf den Schienen der Grubenbahn bis zum Förderkorb geschleift werden. Die herbei eilenden Rettungskräfte können mit ihren Tragen wegen der Enge im Stollen nichts ausrichten.

Bevor die Saison auf der Fortuna eröffnet wird, werden die Mitarbeiter auch eine praktische Rettungsübung absolvieren.

Möchten auch Sie Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen?

Informationen und Anmeldung unter 06441 9764-0.